New Jersey adds D-asset Smith via Draft
2018-08-08Ahlen/ Newark, N.J.
Der NFHL Entry Draft 2018 ist nach einem perfekten Wochenende Geschichte. Nicht nur war es der bereits achte Draft unter der Regentschaft von General Manager Martin Muhrer, auch war der GM der Teufel zum vierten Mal in Serie an einem Live-Draft anwesend und es dürfte keinen Anlass geben, die Serie in den kommenden Jahren abzubrechen. Doch der Reihe nach.
Ein am Ende fast 24 Stunden langer Tag begann um 3:30 in Zeltweg, wo sich das Management der Teufel in Richtung Graz aufmachte. Von dort hob die kleine Embraer 195 in Richtung Frankfurt ab, wo man um kurz nach sieben in Deutschland landete (eigentlich zum Kotzen).
Danach folgte eine zermürbende Warterei auf die beiden GMs aus Edmonton und Anaheim, die es sich nicht nehmen ließen, den einzigen österreichischen Vertreter am Live-Draft mit übelsten Sprachnachrichten zu bombardieren. Kurz nach 8 Uhr ging es dann mit dem Edel-Mobil in Richtung Norden, wo die Experten-Crew kurz gegen 11 Uhr aufschlagen sollte. Da der Gastgeber noch ein bisschen zu Arbeiten hatte, übernahmen Edmonton und Anaheim die Sicherheitsüberwachung im Supermarkt. Später machte sich das Quartett auf den Weg in Kutte‘s Freiheit, wo unzählige Liter Getränke in das Dachgeschoss geschleppt wurden. Ein kurzer Stopp beim Türken des Vertrauens füllte dich doch stark entleerten Mägen wieder auf, nach und nach trudelten dann auch die weiteren Vertreter der jeweiligen Teams ein.
Kurz vor dem Draft zählte die Ligaleitung starke 11 Teilnehmer: Edmonton, Anaheim, Chicago, Carolina, Dallas, Florida, San Jose, Buffalo, Calgary, St.Louis und New Jersey. Auch die Beteiligung in der deluxen Draftarena, die heuer von Mastermind Carolina noch weiter verfeinert wurde, war sehr erfreulich, nur wenige GMs schafften es nicht „semi-live“ dabei zu sein. Pünktlich um 15:30 Uhr glaubte GM Müller, seine Flames mit einem wichtigen Puzzlestück für die Zukunft auszustatten – Rasmus Dahlin ging natürlich als erster über die Ladentheke. Die Blues dachten sich, dass sie mit Yakupov schon viel Glück hatten, somit war Svechnikov der einzig logische Schritt. Winnipeg zog streng nach Teamneed und holte den finnischen Center Jesperi Kotkaniemi ins Boot, somit war der Weg frei für Carolina, der schon seit Wochen auf den Goalscorer Filip Zadina scharf war.
Aber nun ein Blick auf die neun Neuzugänge im Prospect-Pool der New Jersey Devils:
11th – Ty Smith (D) – Spokane Chiefs (WHL)
Bereits vor acht Jahren investierte Das Management der Devils einen 1st Round Pick in einen Spieler aus der Western Hockey League – Duncans Siemens. Nun, nach dem Verteidiger und Nikita Scherbak, ist Smith der dritte Spieler aus der „Dub“, der von den Devils in der ersten Runde gezogen wurde. Smith gilt als „well-rounded“ und hat im spielerischen Bereich keine richtigen Schwächen. Er hat das Spiel verstanden, kann Druck vom Backend erzeugen und besticht durch sehr hohe Offensivqualität. Durch sein starkes Skating kommt er auch in der eigenen Zone selten in Bedrängnis, es könnte aber nicht schaden, wenn er noch das eine oder andere Kilogramm auf sein Gerüst packt. Man ist aber sehr zuversichtlich, dass Smith in spätestens drei bis vier Jahren in den Top 3 der Devils-Defensive landen könnte.
37th – Jack Drury (C) – Waterloo Black Hawks (USHL)
Runde 2 war ziemlich schwierig, da es zwei anwesende GMs vorzogen, die Wunschspieler vorher abzuziehen. 37 war ganz klar auf Jonny Tychonick gerichtet – ein herzliches Dankeschön nochmals gen Lübeck, sauber Herr Müller :D. Man war aber gut vorbereitet und konnte sich mit Jack Drury einen 2way-Center holen, der in den kommenden vier Jahren in Harvard studieren und seine sportliche Entwicklung vorantreiben wird. Guter Skater und Playmaker, der etwas undersized ist, aber durchaus das Potenzial hat, in einer Scoring-Linie zu landen. 65 Punkte in 56 Spielen für die Black Hawks aus Waterloo sollten das nochmal unterstreichen.
58th – Sean Durzi (D) – Owen Sound Attack (OHL)
Da der Plan mit den ersten drei Picks ganz klar 2D und 1F lautete, entschied man sich am Ende der zweiten Runde für den offensivstarken Defender Sean Durzi, der die letzten Jahre in Owen Sound verteidigte und in 40 Spielen starke 15 Tore und 34 Vorlagen ablieferte. Wie viele Ds in seinem Jahr, muss auch Durzi noch an seinem Frame arbeiten, will er auf dem NFHL-Level bestehen. Eine „red flag“ war auch, dass der 18-jährige Kanadier ab und an Probleme mit der nötigen Passion auf dem Eis hat und somit auch seine Konstanz darunter leidet. Man ist aber zuversichtlich, dass diese mentalen Aspekte gut bearbeitet werden können, dennoch sieht man Durzi eher als Projekt an.
81st – Jonathan Gruden (W) – US National Team Development Program (USHL)
Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Devils viel vom Ausbildungsprogramm in Ann Arbor halten, somit setzt man erneut das Vertrauen in einen Spieler des USNTDP. Gruden überzeugte mit 60 Punkten in 61 Partien und gilt als netter „complementary winger“ der vielseitig einsetzbar ist und auch Punkte beisteuern kann. Sehr gute offensive Instinkte, gepaart mit hohem Spielverständnis, stehen ausbaufähigem Defensivverhalten gegenüber.
89th – Xavier Bernard (D) – Drummondville Voltigeurs (QMJHL)
Der in Mercier, QC geborene Kanadier besticht vor allem durch seinen bereits soliden Frame, denn mit 191cm und über 90 Kilogramm könnte er schon in den höheren Ligen bestehen. Bernard gilt als solider Verteidiger mit gutem Hockey IQ und sehr gutem Skating. Sein größtes Problem liegt im „decision-making“, zu oft will er dem komplizierteren Weg gehen – hier wartet noch einiges an Arbeit auf Bernard, der ansonsten alle Tolls mitbringn, die ihm eine NFHL-Karriere bescheren könnten.
97th – Joey Keane (D) – Barrie Colts (OHL)
Keane wurde im letzten Draft übergangen – er zeigte eine perfekte Reaktion. Er arbeitete hart an sich und galt als einer der am stärksten weiterentwickelten Prospects des letzten Jahres. In Barrie zündete er oftmals offensive Feuerwerke, aber ohne seine eigene Zone zu vernachlässigen. Keane verbesserte seien Punkteausbeute um 25 Punkte, seine +/-Statistik veränderte sich von -28 auf +45!. Ein prototypischer „modern-era“-Defender, der mit etwas Glück eine Profi-Karriere abgreifen könnte.
153rd – Eric Florchuk (C) – Saskatoon Blades (WHL)
Der 18-jährige Center wechselte im vergangenen Jahr während der Saison von Victoria nach Saskatoon wo er dann eine wichtige Rolle einnehmen sollte. Punktetechnisch lieferte Florchuk ab: 21 Punkte in 28 Partien waren beim „average teams“ aus Saskatchewan ein durchaus guter und respektabler Wert. Das Leichtgewicht hat durchaus noch Aufholbedarf im Bereich des Skatings, aber auch D-Zone Coverage und Consistency sind Punkte, die nicht vernachlässigt werden würden. Florchuk gilt somit als „work in progress“.
182nd – Zachary Emond (G) – Rouyn-Noranda Huskies (QMJHL)
Die letzten beiden Drafts verzichteten die New Jersey Devils auf einen Goalie-Pick, heuer war es wieder soweit. Einen der beiden Lateround-Picks investierte man in den Schlussmann der Rouyn-Noranda Huskies aus der Quebec Major Junior Hockey League. Emond hatte im letzten Jahr den Backup-Spot inne und man hofft darauf, dass er in der kommenden Spielzeit eventuell den Starting-Job übernehmen kann, um mehr Infos, mehr „sample sizes“ über den Kanadier zu bekommen.
213th – Hunter Drew (D) – Charlottetown Islanders (QMJHL)
Der Draft der Devils wurde mit einem weiteren Defender abgeschlossen. An Position 213 entschied man sich für Hunter Drew von den Islanders aus Charlottetown. Der 19-Jährige spielt mit viel Grit, kann aber auch den einen oder anderen Punkt beisteuern. Abgelaufene Saison kam Drew in der sonst eher „soften“ QMJHL auf 159 Strafminuten und 39 Punkte und das in 64 Partien. Wie bei allen späteren Picks ist hier nun Geduld und eine Menge Glück gefragt, aber man hat in einigen Drafts bewiesen, dass man auch weiter hinten gute Spieler rausziehen kann.
Nach zirka 3 ½ Stunden war der ganze Spaß vorbei und es folgten Fressorgien par excellence, sowie spannende Gespräche rund um die Liga und ums Eishockey – erst kurz nach 3 Uhr legten sich die anwesenden Kapazunder aufs Ohr. Nach einem sagenhaften Frühstück ging es für das magische Trio (und Gary Payton) gegen Mittag zurück in Richtung Süden. GM Muhrer hob kurz nach 17 Uhr in Richtung Heimat ab – mit im Gepäck waren neun neue Draftpicks, neues Spielzeug für die kommenden Jahre.
Fünf der neun Picks wurden heuer in Verteidiger investiert, so darf der Draft als D-Draft betitelt werden. Erneut wurde GM Muhrer seinen Ruf als Euro-Hater gerecht und zog ausschließlich Spieler aus Kanada (6) oder den USA (3). Weird fact: zum vierten Mal in acht Drafts konnte man neun Mal zuschlagen.
Ein herzliches Dankeschön geht natürlich an die hervorragenden Gastgeber Kutte und seine bessere Hälfte, sowie Edmonton-Seb, der mich erneut Save durch die Bundesrepublik Deutschland chauffierte. Aber auch an die anwesenden GMs, die dieses Zusammentreffen erneut so nett und speziell machten. Wo der Draft im kommenden Jahr steigen wird, ist noch ungewiss, man darf aber mit ziemlicher Sicherheit mit den Devils rechnen.

Sehr cooler Bericht Oida! Mit besten Grüßen von "Carrie"!
New Jersey adds D-asset Smith via Draft
Five Defender join Devils in 9-pick Live-Draft
Danke.....nice read. Und bzgl. Jonny T...gern geschehen ;).
New Jersey adds D-asset Smith via Draft
Five Defender join Devils in 9-pick Live-Draft


Great read Digger!
New Jersey adds D-asset Smith via Draft
Five Defender join Devils in 9-pick Live-Draft
