Edmonton hosts NFHL Draft 2011
2011-09-12Am 03.September 2011 war es soweit: die Edmonton Oilers waren Gastgeber des NFHL Drafts 2011. Mit 14 Draftpicks gingen die Edmonton Oilers in den diesjährigen NFHL-Draft, doch schlussendlich konnten die Verantwortlichen 17 Spieler dem Nachwuchspool hinzufügen, denn die Oilers tauschten während des Drafts einige Pickrechte. Aber beginnen wir von Vorne:
Nachdem man im letzten Jahr an Position 1 ziehen durfte, auch bedingt durch den Sieg bei der Draft Lottery, so musste man dieses Jahr doch etwas warten - aber eben nur etwas. Mit dem dritten Pick entschieden sich GM Edel und seine Scouting Screw für den schwedischen Flügelstürmer Gabriel Landeskog, dem Adam Larsson und Ryan Nugent-Hopkins im Draft von St.Louis und Philadelphia vorgezogen wurden.
Landeskog, in Stockholm geboren, feierte in der schwedischen Elitserien mit 16 sein Debüt für Djurgarden Stockholm. Im folgenden Sommer entschied sich Landeskog für den Gang in die Ontario Hockey League zu den Kitchener Rangers. Umgehend hat sich Landeskog dort akklimatisiert und in seiner Rookie Saison 46 Punkte in 61 Spielen erzielt. Letzte Saison legte der kampfstarke Stürmer noch eine Schippe drauf und erzielte 36 Tore sowie 30 Vorlagen in nur 53 Spielen. Nebenbei wurde er als erster Europäer überhaupt zum Kapitän der Kitchener Rangers, einer traditionsreichen Juniorenfranchise, ernannt.
Landeskogs Stärken zu beschreiben fällt Experten als auch den Verantwortlichen der Oilers nicht leicht. Der 6ft0 große Stürmer ist quasi ohne echte Schwäche und jede seiner Qualitäten ist entsprechend gut ausgeprägt, was ihn als einen Allrounder auf hohem Niveau gleichkommen lässt.

Führungspersönlichkeit nicht nur im Nationalteam: Gabriel Landeskog
"Gabriel ist ein ganz besonderer Typ, denn seine Fähigkeit sich an Situationen zu gewöhnen, sich auf Andere einzustellen und dennoch umgehend Leistung auf höchstem Niveau zu bringen ist kaum zu beschreiben. Er hat in Kitchener in jeder Situation gespielt und in jeder entsprechend überzeugt. Wir gehen davon aus, dass Gabriel sich bei uns vielleicht schon kommendes Jahr etablieren kann und dann auch auf Dauer eine sportliche tragende Rolle auf dem Eis und eine Führungsrolle abseits des Eises übernimmt", konnte General Manager Sebastian Edel im Anschluss an den Draft in die Mikrofone der Reporter diktieren. Direkt nach dem Draft gab es Gerüchten zufolge bereits zwei Anfragen für Landeskog, die aber abgelehnt wurden, was nur noch deutlicher macht, dass man in Alberta mit Landeskog plant - und das nicht nur kurzfristig.
Mit ihrem zweiten Pick in Runde 1 zogen die Oilers dann Center Mark Scheifele von den Barrie Colts aus der OHL. Der 6ft2 große Stürmer erzielte letzte Runde 22 Tore und legte 53 Tore in 66 Spielen auf. Scheifele kann man als überraschenden Pick an 13 bezeichnen, denn im Vorfeld war immer zu hören, dass man in Edmonton an dieser Position mit einem Defender geplant hatte.

Mark Scheifele: Die Zukunft auf der Centerposition der Oilers?
"Wir wollen hier bei der Wahrheit bleiben, daher kann ich offen sagen, dass wir Mark Scheifele deutlich weiter Vorne im Draft gesehen haben und mit ihm an dieser Position nicht mehr gerechnet hatten. Als wir an der Reihe waren und Mark war noch nicht ausgewählt mussten wir kurz unsere Planungen überdenken und auch in späteren Runden etwas ändern, denn uns war zügig klar, dass wir Mark nach Edmonton holen wollten", gab Coach Guy Boucher bekannt. GM Edel fügte an: "Mark ist vielleicht wirklich eher Opfer seiner Reputation geworden als seiner Leistung. Das Team der Barrie Colts war sicherlich nicht das Stärkste, aber Mark hat mehr als nur herausgeragt. Er war Herz und Seele des Teams und durfte, wie Gabriel Landeskog, seine Qualität in jeder Situation in die Waagschale für die Colts werfen. Wer den Enthuisiasmus von Mark nach dem Draft gesehen hat und ihn auch während der Runde begutachtet hat, der weiss, dass er seinen Weg gehen wird. Wir freuen uns darauf!"
Eigentlich wären die Leute der Pipeline an 41 wieder auf die Bühne marschiert, aber kurzfristig tauschten die Oilers zuerst mit den Anaheim Ducks Pick 41 gegen 46 und 183 ehe sie auch den 46ten Pick tradeten. Der 46te Pick ging dann für Pick 58 und 167 nach Chicago zu den Blackhawks.
Vor Pick 58 hatten die Edmonton Oilers aber nochmals an 53 Zugriff auf die Prospects des NFHL Drafts 2011. Man entschied sich mit Travis Ewanyk für einen Spieler aus der Western Hockey League, der für die Edmonton Oil Kings spielte. Der kampfstarke Center wurde von Fachmännern nicht derart weit Vorne im Draft gesehen, dennoch scheuten die Oilers nicht das frühe Zugreifen. In 72 Spieler erzielte der aus St.Albert (Alberta) stammende Ewanyk 16 Tore und 11 Vorlagen. Nebenbei saß er 126 Strafminuten in der Kühlbox ab.
"Mit Travis Ewanyk konnten wir einen Wunschspieler für uns gewinnen, den wir lange Zeit auf dem Schirm hatten. Sein Wille, seine Einsatzbereitschaft und seine unbändige Motivation sich täglich zu verbessern haben uns schon früh begeistert und auch, wenn er nicht der offensiv talentierteste Spieler ist, so kann er für jeden Mannschaftskameraden ein Vorbild in eben jenen Kategorien sein", teilte GM Edel hocherfreut mit, nachdem die Oilers sich die Rechte an Ewanyk gesichert hatten.

Von der Bank auch bald auf NFHL-Eis? Travis Ewanyk
Fünf Picks nach Ewanyk waren die Oilers abermalig an der Reihe und entschieden sich für den jüngsten Verteidiger der vergangenen NCAA-Saison: Dillon Simpson. Simpson spielt für die North Dakota Fighting Sioux und konnte zuletzt zwei Tore und acht Vorlagen in 30 Spielen für sich verbuchen. Bereits der Vater von Dillon Simpson, Craig, spielte für die Edmonton Oilers, weswegen die Wahl von Simpson keine große Überraschung sein dürfte.
Einen Doppelpick gab es dann an 75 und 77 für Edmonton. In beiden Fällen zogen die Oilers Defender für ihren Nachwuchspool. An 75 wählten sie Brennan Serville von den Stouffville Spirit aus der OJHL aus. Der 6ft3 grosse Verteidiger hat sich für die NCAA und die University of Michigan entschieden, wo er die kommenden vier Jahre an seinem Spiel und seiner schulischen Laufbahn feilen wird.
Aus der WHL draftete Edmonton an 77 dann Zach Yuen. Mit 8 Toren und 24 Vorlagen war Yuen durchaus ein Faktor von der blauen Linie für die Tri-City Americanes, aber deutlich beeindruckender ist seine Plus-Minus Statistik von +41. Interessant ist auch der Fakt, dass Yuen der erste chinesisch stämmige Spieler ist, der von einem NFHL-Team gedraftet wurde. Insgesamt wird Yuen als klassischer Zwei-Wege-Verteidiger charakterisiert, was bedeutet, dass Yuen offensiv als auch defensiv Qualitäten hat.

Yuen & Serville: Doppelter Defenderzuwachs für Edmonton
"Wir wollten beide Spieler haben und sind froh, dass es uns gelungen ist. Im Laufe des Drafts erhielten wir noch zwei Nachrichten, dass auch andere Teams auf Serville und Yuen geschielt hatten. Jetzt ist es an den Spielern dafür zu sorgen, dass wir noch mehr Anfragen für sie bekommen", wusste Oilers Coach Guy Boucher mit einem Augenzwinkern den Reportern mitzuteilen.
Abermals tauschten die Oilers mit den Chicago Blackhawks Draftpicks aus als sie an Position 92 an der Reihe waren. Für die Wahl an 92 erhielt man aus Chicago die 101 und 173.
Pures Talent im Sinne von purem Gold zogen konnte Edmonton dann der Prospect Pipeline mit dem US-Amerikaner Shane McColgan hinzufügen. McColgan, aus Californien stammend, spielt für die Kelowna Rockets in der WHL und konnte dort zuletzt in 67 Spielen 21 Tore und 45 Vorlagen erzielen.

Californien Teil 1 für Edmonton: Shane McColgan von den Kelowna Rockets
Der Headscout der Oilers, Scott Young, beschrieb McColgan wiefolgt:"Eigentlich ist es verrückt, dass ein so talentierter Spieler wie Shane noch an Position 101 im Draft zu haben war, aber das ist ihm auch selbst geschuldet, denn er hat es bislang nicht geschafft eine Konstanz in sein Spiel zu bringen. Man sieht in jeder Aktion was er kann, aber es ist nicht immer produktiv und daran wird er arbeiten müssen. Natürlich ist auch seine Größe von nur rund 5ft10 ein Problem, aber dieses Problem haben schon etliche Spieler besiegt. Shane muss kommende Runde dominant und zielstrebig in der WHL agieren, denn dann stehen ihm alle Türen offen und das nicht nur einen Spalt breit!"
Wie McColgan spielt auch Reece Scarlett, den Edmonton an 120 draftete, in der Western Hockey League. Scarlett, der in Sherwood Park vor den Toren von Edmonton aufwuchs, agiert für die Swift Current Broncos als Defender und auch wenn seine Statistiken von 6 Toren und 18 Vorlagen auf den ersten Blick nichts Besonderes zu sein scheinen, so ist Scarlett dennoch ein verheissungsvolles Prospect. GM Edel hatte nur Worte des Lobes für Scarlett über: "Scarlett war uns schon 2010 aufgefallen, denn der Junge spielt mit einer unglaublichen Routine und auch Ruhe. Wir erwarten, dass Scarlett kommende Runde eine größere Rolle in Swift Current einnehmen wird und daran auch weiter wachsen wird und sein Potenzial noch weiter ausschöpft."
Mit dem Folgepick zogen die Oilers zu Beginn der fünften Runde mit Frans Tuohimaa ihren ersten Torhüter des 2011er Drafts. Der 6ft2 große finnische Goalie spielte bislang nur in den Nachwuchsabteilungen von Jokerit Helsinki, ist aber diese Saison für die höchste finnische Spielklasse, die SM-Liiga, eingeplant.