City Of Champions? Not so much right now
2011-02-07Der Kapitän geht zuletzt von Bord! Ist das auch für NFHL-Teams eine gültige Aussage? Diese und andere kritische Fragen werden zuletzt rund um die Edmonton Oilers gestellt, nachdem diese gar einen Streak von acht Niederlagen in Folge ihr Eigen nennen konnten.
Die Frage ist natürlich ‚Wer ist der Kapitän‘? Ist es Headcoach Guy Boucher, der erst zu Saisonbeginn nach Edmonton kam. Ist Boucher für den Rückfall in alte Zeiten, für das Abstürzen ans Tabellenende verantwortlich oder geht das Konzept von GM Edel, seit mittlerweile 10 Jahren am Regiepult in Edmonton, einfach nicht auf?
„Noch kann niemand wirklich abschätzen was wir an Guy Boucher haben, der nicht die tägliche Arbeit sieht, die er investiert. Guy arbeitet akribisch, kümmert sich um alle Bereiche und die Rückmeldung von den jungen Spielern ist grossartig. Die Routiniers loben den respektvollen Umgang mit den Spielern als auch seine innovativen Ideen. Es wird aber noch Zeit brauchen bis die Maßnahmen greifen, bis die Systeme sitzen. Ob das diese Saison noch geschehen wird kann auch ich jetzt noch nicht beantworten, aber die ganze Führungsetage steht hinter Guy und seinem langfristigen Konzept“, konnte GM Edel den Reportern deutlich und bestimmt ins Notizbuch diktieren. Rückendeckung scheint Boucher vom General Manager also auf jeden Fall zu haben, aber wie sieht es mit der Rückendeckung für den GM aus?
Zuletzt tätigten die Edmonton Oilers auch wieder einige Trades, die, so unterstellen Aussenstehende, wieder unnötig Unruhe in die Mannschaft gebracht haben. Den Angaben des GMs als auch des Headcoaches zufolge entspricht dies allerdings nicht den Tatsachen, denn mit den abgegebenen Spielern sei abgesprochen gewesen, dass sie bei einem deutlichen Scheitern an der Play-Off Qualifikation das Team verlassen dürfen. Diesem Wunsch sei man von Seiten der Vereinsführung nachgekommen.
„Hier muss man auch mal an die Spieler denken. Als die Spieler nach Edmonton kamen war klar, dass wir zwar die Play-Offs erreichen wollen, aber eben auch, dass wir für den großen Wurf nicht ausreichend Qualität besitzen. Es ging rein um die spielerische Weiterentwicklung der Franchise und der nachrückenden Spieler, die unser Gerüst bilden sollen. Ein Jason Strudwick oder auch Darryl Sydor hat sich bereiterklärt hierbei mitzuwirken. Beide haben sich eingebracht, haben der Franchise geholfen und haben nun die Chance mit anderen Teams nochmals in den Play-Offs zu spielen – dem kann ich nichts Negatives abgewinnen“, konterte Headcoach Boucher, fast schon genervt, die stetigen Nachfragen der Presse zu den abgegeben Veteranen.

Wutentbrannt antwortete Headcoach Guy Boucher den Journalisten auf ihre immer wiederkehrenden Fragen
Er legte fast in Rage noch deutlich nach: „Es braucht niemand der schreibenden Zunft zu denken, dass wir es uns hier gemütlich machen und vielleicht heute mal einen kleinen Trade abschliessen oder vielleicht auch nicht. Jede Aktion ist durchdacht und gehört zu einem Plan der eben mehrere Spielzeiten umfasst und ja, es werden uns sicher noch weitere Spieler verlassen. Es werden aber auch Spieler kommen! Für Niklas Hjalmarsson liegt aktuell ein Angebot vor, das wir intern analysieren und besprechen. Ja, Hjalmarsson wird uns vielleicht verlassen! Vielleicht aber auch nicht – das ist Teil des Geschäfts und des Prozesses! Haben alle mitgeschrieben oder muss ich das kommende Woche wieder erklären? Normalerweise müsste ich jetzt hier für ihre Aufmerksamkeit danken, aber ob sie aufmerksam waren werde ich ja in einer Woche lesen“.
Bezüglich der sportlichen Misere war von Coach Boucher nichts mehr zu erfahren, da er wutentbrannt die Pressekonferenz gen Trainerkabine verliess. Der General Manager konnte nur ergänzen, dass sich die Oilers mit Boucher auf einem guten Weg befinden.Sportlich weiterentwickeln sei das oberste Ziel und diesbezüglich sei man auch schon in Bezug auf den Draft in ersten Treffen zusammengekommen um die Ziele und Vorgehensweisen zu besprechen, dass Durststrecken und Durchhänger wie dieses Jahr in Zukunft der Geschichte angehören. Scheinbar hat der Kapitän in Edmonton noch das Ruder in der Hand und einen funktionierenden Kompass dabei, auch wenn die Mannschaft sich stetig veränderte zuletzt.