Hall-mark moment in Edmonton
2010-08-23Pünktlich um 10 Uhr am Sonntag Morgen zu den Klängen von AC/DCs ‚Hells Bells‘ eröffneten die Edmonton Oilers den Draft 2010 mit dem 1st Overall. Dieser Pick wird die Franchise in eine neue Richtung weisen nachdem sie über Jahre zwar immer wieder als talentiert galt aber nie gut genug war für das berühmte ‚Mehr‘. Einige Ansätze zur Änderung gab es, aber mit dem diesjährigen Draftpick kann sich in Edmonton alles ändern.
Die Edmonton Oilers zogen Leftwing Taylor Hall und mit ihm eine wahre Gallionsfigur, der sein Team gewinnen sehen will und dafür alles tun wird. In Kombination mit einem Franchise Defender wie Alex Pietrangelo, der nur unwesentlich älter als Hall ist, scheinen die Edmonton Oilers nach langen Jahren endlich die Grundlage gelegt zu haben um wieder in die Spitze der NFHL dauerhaft vorzustoßen.
Insgesamt zogen die Edmonton Oilers 16 Spieler – 2 Torhüter, 4 Verteidiger, 3 Linksaussen, 3 Center und 4 Rechtsaussen. Zu Beginn war ganz klar der Nachwuchs aus der Ontario Hockey League gefragt, während in späteren Runden zukünftige NCAAler den Vorzug erhielten. Nach dem Draft zeigte sich GM Sebastian Edel mehr als zufrieden: ‚Den 1st Overall zu haben ist ein Privileg. Dieses Privileg noch in der Lottery zu gewinnen ist ein noch seltener Glücksfall und letztlich einen Spieler und eine Persönlichkeit wie Taylor Hall ziehen zu dürfen? Solch eine Gelegenheit werden wir nicht so schnell wieder bekommen. Abseits von Taylor lief der Draft absolut grossaritg für uns. Alle Spieler die wir deutlich ins Auge gefasst hatten haben wir auch bekommen – mit einer Ausnahme. Die Washington Capitals nahmen uns die Entscheidung ab, ob wir an der 82ten Position Patrick McNally oder Brandon Archibald ziehen sollten. Wir wären mit beiden Spielern rundum zufrieden gewesen. Es liegt jetzt an Coach Peter DeBoer und mir selbst die vorhandene Qualität in echte Ergebnisse umzuwandeln. Das Talent zu großen Taten hatte unsere Franchise schon vor dem Draft und nun umso mehr!‘, so GM Edel direkt nach dem Draft.
Unterdessen wurde bekannt, dass im Jahr 2011 der Draft in der Heimregion des GMs der Edmonton Oilers stattfinden soll. Weitere Informationen sollen laut der Liga selbst in wenigen Wochen erfolgen, aber die Organistation des Drafts 2010 wird kaum zu schlagen sein.
Hier eine Übersicht über die neusten Edmonton Oiler:
Round 1, Pick 1 – Taylor Hall, Windsor Spitfires (OHL)
Einen wahren Franchiseplayer konnten die Edmonton Oilers mit dem 1st Overall draften. Der Linksaussen der Windsor Spitfires wurde in seiner ersten OHL-Saison Rookie des Jahres der gesamtem CHL. Im folgenden Jahr gewannen seine Spitfires nicht nur den Memorial Cup sondern auch die Meisterschaft in der OHL, sondern Hall wurde in beiden Play-Off-Runden auch jeweils zum MVP gewählt. Vergangene Runde wurde er abermalig MVP des Memorial Cup und mit Tyler Seguin zusammen Topscorer der OHL. Die MVP-Trophäe des Memorial Cup hat noch kein Spieler zuvor zweimal gewonnen…so ganz nebenbei. Natürlich hat Taylor Hall entsprechend auch erstklassige Statistiken vorzuweisen, wie seine 40 Tore und 66 Vorlagen in nur 57 Spielen mit den Spitfires letzte Runde. Letztlich war Hall ein herausragender Spieler der Spitfires und selbiges soll er auch für die Edmonton Oilers werden. Seine Führungsqualitäten und der Wille zum Sieg sind bereits in seinen jungen Jahren nahezu einmalig und Hall schreckt vor nichts zurück. Zurückschrecken wird er auch nicht vor der NFHL, denn vermutlich wird er auch dort nicht lange brauchen um seine Duftmarke zu hinterlassen.

Round 2, Pick 37 – Greg McKegg, Erie Otters (OHL)
Einen extreme bullystarken Center zogen die Oilers in Runde 2 mit Greg McKegg. McKegg gilt als ein klassischer Allrounder, der allerdings in der Juniorenliga OHL am Bullypunkt kaum zu schlagen war und nahezu 70% der Duelle gewann. McKegg soll auf lange Sicht das Problem am Bullypunkt von einer aktuellen Schwäche in eine Stärke umwandeln.
Round 3, Pick 66 – Justin Shugg, Windsor Spitfires (OHL)
Mit dem kleinen Wirbelwind Justin Shugg drafteten die Edmonton Oilers in Runde 3 den Flügelpartner von Taylor Hall. Shugg erinnert viele Scouts an Kris Versteeg, der bereits bei den Oilers unter Vertrag steht. Shugg spielt für seine geringe Größe (5ft9) recht aggressiv und geht den direkten Weg zum Tor.

Round 3, Pick 67 – Taylor Aronson, Portland Winterhawks (WHL)
Der erste Defender des Drafts 2010 kam für die Edmonton Oilers von den Portland Winterhawks. Aronson gilt als Allrounder der das Spiel eher mit Köpfchen bestreitet als mit roher Kraft. Das Potential ist da, aber an der Konstanz als auch dem offensivem Output muss Aronson noch arbeiten.

Round 3, Pick 71 – Max Gaede, Woodbury (HS)
Mit Max Gaede haben sich die Edmonton Oilers einen sehr körperlich spielenden, defensive verantwortungsvollen Center gesichert. Er ist mit einem guten Schuss ausgestattet, wird sich aber noch in Sachen Playmaking verbessern müssen. Reif für die NFHL sind seine Checks bereits jetzt schon – am Rest wird er an der University of Minnesota State die nächsten Jahre arbeiten.

Round 3, Pick 82 – Patrick McNally, Milton Academy (HS)
Prep Defenseman of the Year und All New England First Team – das sind die Auszeichnungen von Patrick McNally in der letzten Runde. Der Defender mit offensiven Anlagen wird erst noch ein Jahr in der USHL verbringen ehe er für die Harvard University in der NCAA verteidigen wird.

Round 4, Pick 107 – Julian Melchiori, Newmarket Hurricanes (CCHL)
Melchiori ist mit dem ehemaligen Profi Mike Murphy verwandt und nicht nur deswegen gilt er als starkes Prospect für die Zukunft. 23 Punkte lieferte er für die Newmarket Hurricanes vergangene Runde ab als Verteidiger. Auf eine ähnliche Bilanz hoffen ab Herbst die Fans der University of Massachusetts-Lowell, für die Melchiori die Schlittschuhe schnüren wird.

Round 5, Pick 146 – Christian Isackson, St. Thomas Academy (HS)
In Christian Isackson zogen die Oilers einen Rightwing der als harter Arbeiter gilt, der aber ebenso in der Offensive Akzente zu setzen weiß – vor allem durch sein Spielverständnis. Einige Scouts beklagen schlechtes Skating, aber die Oilers scheinen sich sicher, dass Isackson diesen Missstand beheben kann.

Round 5, Pick 149 – John Klingberg, Frölunda Göteborg (SEL)
Der jüngere Bruder des letztjährigen Draftpicks Carl Klingberg ist ein Defender der schwedischen Schule. Ihn bringt kaum etwas aus der Ruhe, aber dennoch ist er technisch versiert und scheut auch nicht vor Körperkontakt zurück, obwohl er in Sachen Kraft und Stärke sicherlich noch zulegen kann.

Round 6, Pick 165 – Kristians Pelss, Dinamo Juniors Riga (LAT)
Der junge Lette (nur sechs Tage vor dem Cut Off geboren) spielte zuletzt im Juniorenteam von Dinamo Riga, wird aber zur kommenden Saison in die WHL zu den Edmonton Oil Kings wechseln und damit direct vor der Haustür der Oilers spielen. Pelss hat die Oilers mit seinem engagierten als auch technisch versierten Auftritt bei der letzten U18 WM überzeugt, wo er mit Abstand bester Spieler der Letten war.

Round 6, Pick 167 – Jesper Fasth, HV 71 Jönköping (SEL)
Einen zweiten Schweden gab es mit Jesper Fasth. Der Rightwing gilt als starker Skater, der für den Gegner unbequem zu spielen ist, da er immer präsent ist und stetig Forechecking betreibt. Obwohl körperlich nicht sonderlich groß oder kräftig, so geht er doch keinem Zweikampf aus dem Weg. Mit zwei Einsätzen in der SEL wurde er letztes Jahr schon von Jönköping für seine starken Leistungen im Juniorenteam honoriert.

Round 7, Pick 192 – Luke Moffatt, USNDP (USHL)
Moffatt galt vor zwei Jahren noch al seines der größten Talente seines Jahrganges, konnte aber sein Talent zuletzt nicht in Ergebnisse ummünzen weshalb er im Draft erst in Runde 7 gezogen wurde. War zuletzt im US U18-Team in der USHL am Puck und wird ab kommender Runde bei der University of Michigan versuchen seinem früheren Ruf gerecht zu werden. Moffatt ist mehr Torjäger denn Spielmacher.
Round 7, Pick 200 – Michael Houser, London Knights (OHL)
Wäre Houser zwei Tage später geboren gewesen, dann wäre er für den Draft 2010 nicht zugelassen gewesen. In der OHL war er letzte Runde nur Back-Up bei den starken Knights, konnte aber trotzdem 17 der 22 Spiele gewinnen, die er als Starter bekam. Kommende Runde dürfte er mehr zum Zug kommen und dann seine Klasse unter Beweis stellen. Houser gilt als Torhüter der vor allem über seine intelligente Positionierung zu überzeugen weiß.
Round 7, Pick 204 – Casey Thrush, Team Maryland (Midget AAA)
Thrush war nur in einer unterklassigen Liga aktiv, dort aber einer der besten Spieler und hat bereits die Zusage von der University of New Hampshire. Die Anlagen eines Powerforwards sind vorhanden. Ein klassischer Project Draftpick.
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Round 7, Pick 205 – Matthew White, Pittsburgh Vipers (Midget AAA)
Wie Thrush war auch Matthew White in der Midget AAA unterwegs, aber auch er hat einen Platz an der Universität sicher (University of Vermont). White ist ein robuster Stürmer, der aber dennoch über ein sehr gutes Spielverständnis verfügt.

Round 7, Pick 209 – Joel Vienneau, Kingston Voyageurs (OJAHL)
Mit ihrem letzten Pick entschieden sich die Oilers für einen großen Torhüter au seiner unterklassigen Liga. Vienneau wird noch ein Jahr in der USHL verbringen ehe er in die NCAA zur University of Minnesota wechselt. 2011 wird dort Starter Alex Kangas die Universität verlassen und Vienneau wird zugetraut ihn direkt zu beerben. In Minnesota wird er mit Christian Isackson einen weiteren Draftee der Oilers treffen.
