Regular Season Rückblick – Saison 28/29
2026-05-11Colorado Avalanche & Colorado Eagles
Eine überragende Regular Season ist zu Ende – und sie endet mit einem Meilenstein:
Die Colorado Avalanche gewinnen die President’s Trophy und stehen damit erstmals seit langer Zeit wieder ganz oben nach der Regular Season. Es war allerdings ein äusserst knappes Rennen, das bis zum Schluss offen blieb.
Auch auf Farmstufe lief alles nach Plan: Die Colorado Eagles entschieden ebenfalls ihre Regular Season für sich und sorgten damit für einen historischen Doppelerfolg innerhalb der Organisation.
Ein Umbruch mit Fragezeichen
Mit diesem Erfolg hatte GM David nach der enttäuschenden Vorsaison nicht gerechnet. Das Team war letztes Jahr sang- und klanglos in der ersten Playoff-Runde ausgeschieden, trotz eigentlich konkurrenzfähigem Spielermaterial.
Hinzu kam ein schmerzhafter Umbruch in der Off‑Season. Mit
Valeri Nichushkin, Mikael Granlund, Victor Arvidsson, Brent Burns und John Gibson
verlor die Avalanche gleich mehrere Schlüsselspieler – sowohl in der Offensive, Defensive als auch auf der Goalie-Position.
Die zentrale Frage lautete daher: Was hat gefehlt?
Die Antwort des Coaching Staffs war klar.
Neue Identität: Defense & Härte
Für die Saison 28/29 wurde eine klare strategische Neuausrichtung beschlossen:
- Mehr defensive Stabilität
- Mehr physische Präsenz
- Fokus auf defensivstarke Stürmer
- Deutliche Verstärkung der Defense
Die Umsetzung gestaltete sich jedoch schwieriger als erwartet.
Schwierige Free Agency
Die Free‑Agent‑Phase verlief aus Sicht des Managements enttäuschend. Kein einziger Wunschspieler konnte verpflichtet werden.
Stattdessen musste man kurzfristig auf Alternativen ausweichen – teils zu horrenden Preisen, um den Kader konkurrenzfähig zu halten.
Die wichtigsten Neuzugänge:
-
Philip Danault als Ersatz für Mikael Granlund
→ Defensiv stark, exzellente Faceoffs, ideal für das neue Konzept -
Evander Kane für Valeri Nichushkin
→ Offensiv wie defensiv klar unter Nichushkin, dafür enorme Härte und Präsenz -
Garnet Hathaway als Ersatz für Victor Arvidsson
→ Komplett anderer Spielertyp, viel Physis – Scoring-Fragezeichen inklusive -
Defense-Verstärkungen unter Cap-Druck:
- Alex Pietrangelo
- Jamie Oleksiak
-
Dennis Gilbert
→ Mit Mühe noch cap-konform verpflichtet
Aufgrund des extrem dünnen Prospect Pools schaffte es einzig Conor Geekie vom Farmteam ins Pro-Team.
Baustelle Farm-Team
Überraschenderweise lag eine der grössten Herausforderungen beim Farm-Team.
Obwohl die Eagles in der Vorsaison noch bis ins Finale kamen, fehlte es an Nachwuchs. Um überhaupt die Mindestanzahl an Spielern zu erreichen, mussten über zehn Spieler extern verpflichtet werden – ein klares Zeichen für strukturellen Handlungsbedarf.
Saisonverlauf 28/29 – weniger Glanz, mehr Substanz
Wie erwartet konnte das Team offensiv nicht mehr mit der absoluten Spitze mithalten.
Dafür präsentierte sich Colorado als eine der defensivstabilsten Mannschaften der Liga.
-
Auston Matthews & David Pastrnak
→ Punktetechnisch unter den Erwartungen
→ Dafür beide mit klar positiver +/- Bilanz -
Justin Barron
→ Einziger Spieler mit negativer Bilanz
→ Allerdings nur 6 absolvierte Spiele
Spieler der Saison: Connor Hellebuyck
Der wichtigste Faktor für den Erfolg war ohne Zweifel Goalie Connor Hellebuyck:
- 79 von 82 Spielen absolviert
- Fangquote: 0,930 %
-
Auszeichnungen:
- 20× First Star
- 8× Second Star
- 3× Third Star
Hellebuyck war der mit Abstand beste Spieler der Saison und hat der Avalanche unzählige Spiele nahezu im Alleingang gewonnen.
Überraschung des Jahres: Dennis Gilbert
Ein besonderes Ausrufezeichen setzte Dennis Gilbert:
- Verpflichtet zum Minimum-Salär
- Zeitweise mit einer +25 Bilanz
-
Trotz zwischenzeitlichem Healthy Scratch nach dem Ekholm-Trade:
- 65 Spiele
- +19 Gesamtbilanz
Ein klarer Value-Contract und Sinnbild für das neue defensive Fundament.
Blick nach vorne: Playoffs
Nun richtet sich der Fokus auf die Playoffs – und die beginnen alles andere als einfach.
Mit den Minnesota Wild wartet ein Gegner, der auf dem Papier zu den stärksten Teams der Liga gehört.
Die grosse Frage bleibt:
Reicht die neue defensive Identität – getragen von Hellebuyck – um auch in den Playoffs zu bestehen?
Die Antwort darauf folgt jetzt.
